Ab sofort können Patienten mit diabetischem Fußsyndrom auch ambulant eine adjuvante hyperbare Sauerstofftherapie (HBO-T) erhalten. Der bereits im September 2017 gefasste Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ist jetzt in Kraft getreten. Ziel der HBO-T beim diabetischen Fußsyndrom ist es, das Wundgewebe des Fußes mit mehr Sauerstoff zu versorgen und eine Heilung anzuregen.

Die adjuvante HBO-Therapie darf damit als Behandlungsmethode auch in der vertragsärztlichen Versorgung angewendet werden, wenn bereits Standardtherapien ohne Erfolg durchgeführt wurden und der Schweregrad der Wunde Schädigungen der Gelenkkapsel oder Sehnen einschließt („Wagner-Stadium II“). Zurzeit wird die Vergütung der ambulanten ärztlichen Leistung geregelt. Mit der HBO-Therapie steht Diabetikern in Deutschland eine ergänzende Behandlungsoption zur Verfügung, die eine Amputation begrenzen oder gar vermeiden kann.

Als nicht-operative, konservative Therapie stellt die adjuvante hyperbare Sauerstofftherapie eine sanfte Chance zur Erhaltung von Lebensqualität für Diabetes-Patienten dar. Sind doch aufgrund der durch eine Diabetes-Erkrankung bedingten Wundheilungsstörung oft Folge-Amputationen nötig. Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt. Indem die HBO-T hilft, Amputationen bei Diabetischem Fuß zu vermeiden, kann die HBO-T dazu beitragen, die enormen Kosten der Behandlung von Typ-2-Diabetes zu senken. Diese verschlingt jedes Jahr über acht Milliarden Euro. Das entspricht rund zehn Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nun haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München untersucht, was die einzelnen Folgeerkrankungen kosten. Da sich Typ-2-Diabetes in der Regel erst im höheren Alter bemerkbar macht, haben die Wissenschaftler eine Beispielrechnung für einen Mann zwischen 60 und 69 Jahren erstellt. Würde bei ihm ein Fuß amputiert werden müssen, würde dies allein im ersten Quartal 14.000 Euro kosten. Auch in den Quartalen nach erstmaligem Eintritt dieser Folgeerkrankungen bleiben die Kosten erhöht“, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal ‚Diabetes Care‘.

Quellen:

https://www.gesundheitsstadt-berlin.de

https://www.helmholtz-muenchen.de