Kurs-Curricula

Alle Kurse schließen mit einer schriftlichen Prüfung über die Unterrichtsinhalte ab. Für die erfolgreiche Absolvierung eines Kurses ist das Bestehen der Abschlussprüfung erforderlich.

I. Ausbildung „Druckkammerbediener/in“
THEORIE Unterrichtseinheiten
(45 min)
Pos Unterrichtsthema
1 Einführung: Druckkammer-Typen, Komponenten eines Druckkammer-Zentrums, Arbeitsablauf im Druckkammer-Zentrum 2
2 Grundlagen der Druckkammertechnik: Druckluft-Erzeugung (Hochdruck/Niederdruck), Umgang mit Sauerstoff, technische Gefahren durch Sauerstoff, Strom- und Notstromversorgung 2
3 Hauptfahrstand: Kammersteuerung und Überwachungselemente, Computersteuerung, Manuelle Steuerung, Steuerung am Pneumatikfahrstand, Kommunikation, Videoüberwachung, Sauerstoff-Überwachung der Druckkammer-Atmosphäre 2
4 Physikalische Grundlagen: Boyle-Mariotte, Henry, Amontons, Dalton, adiabatische Kompression, Joule-Thompson-Effekt 3
5 Grundlagen in Physiologie und Pathophysiologie: luftgefüllte Hohlräume, Druckausgleich, Barotrauma, Tiefenrausch, Sauerstoff-Intoxikation, Dekompressionskrankheit, Arterielle Luftembolie 3
6 Vorschriften u. Dokumentation: DIN 13256 Teil 2, Druckluftverordnung, Druckbehälterverordnung, VBG 1, MPG, MPBetreibVO, Geräteverzeichnis gemäß UMDNS, G25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten), G31 (Überdruck), G37 (Bildschirmarbeitsplätze), VBG 61 Sauerstoff, Arzneimittelgesetzbuch (Luftqualität), Technische Regeln Gase, Notfallausrüstung (Koffer), Unfallmeldung gemäß MPG über DIMDI 1
7 Brandschutz: Prävention, Bekleidung, Brandlasten, Verhalten bei Brand (Alarmplan), Brandschutzeinrichtungen 3
8 Wirkprinzipien der HBO 1
9 HBO-Indikationen 2
10 Behandlungsprofile und Deko-Tabellen für Patienten und Personal 2
11 Medizinische Komplikationen der HBO-Therapie 1
12 Monitoring: Audio, Video, EKG, RR, PCO2/PO2, ExO2 1
13 Theoretische Prüfung und Besprechung 1 UE Summe Theorie 24 UE 1
Summe Unterrichtseinheiten Theorie 24
PRAXIS Unterrichtseinheiten
(45 min)
Pos Unterrichtsthema
14 Druckkammer: In- u. Außerbetriebnahme, Vorbereiten der Druckkammer (Masken, Kopfzelte), Anpassen der Masken, Steuerung der Druckkammer (PC-gesteuert, manuell, pneumatisch), Dokumentation der Druckkammerbehandlung, Betreuung der Patienten (Begleitung von ASA 1 Patienten), Schleusungen nach Checkliste
15 Wartung u. Beseitigung von kleinen Störungen: Technische Störungen, Notstromversorgung, Atemanlage (exspiratorische O2-Überwachung, O2-Spürgeräte), Atemmasken und Kopfzelt, Beleuchtung und Kommunikation nach Checkliste
16 Kammerhygiene: Grundlagen, zu verwendende Desinfektions- und Reinigungsmittel, Hygieneplan nach Checkliste
17 Erkennen und Verhalten bei Notfällen und Störungen: Notfälle (Verhalten, Ein- und Ausschleus-Maßnahmen), Unklarer Betriebszustand (bei Computerausfall, Brand etc.), Praktische Feuerlöschübung (z.B. mit ortsansässiger Feuerwehr) nach Checkliste
18 Praktische Prüfung und Besprechung 1
Summe Unterrichtseinheiten Praxis 40
II. Ausbildung „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“
THEORIE Unterrichtseinheiten
(45 min)
Pos Unterrichtsthema
1 Kammerausrüstung: z.B. Ambu-Beutel, Kopfzelt 1
2 Wirkprinzipien der HBO: antiödematöse Wirkung durch Vasokonstriktion, Vernichtung von Gasblasen bei Gasembolie, bakteriostatische Wirkung (anaerobe Erreger), kompetitive Verdrängung von CO, Aktivierung der Fibroplastenproliferation u. Kollagensynthese, Osteoklastenaktivierung, Angioneogenese, Makrophagenaktivierung 2
3 Überdruckbezogene Physiologie: Funktionelle Anatomie, Atmung, Druckausgleich 2
4 Hyperbare Pathophysiologie und Komplikationen: Dekompressionstheorien (Blasenbildung), akute dysbare Erkrankungen (DCS, Barotrauma), O2-Intoxikation, Inertgaseffekte (Stickstoff-Narkose) 2
5 Tauglichkeitskriterien und Kontraindikationen: Patienten und HBO-Druckkammerpersonal 1
6 Vorschriften u. Dokumentation: DIN 13256 Teil 2, Druckluftverordnung, Druckbehälterverordnung, VBG 1, MPG, MPBetreibVO, Gerätevezeichnis gemäß UMDNS, G25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten), G31 (Überdruck), G37 (Bildschirmarbeitsplätze), G42 (Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung), VBG 61 Sauerstoff, Arzneimittelgesetzbuch (Luftqualität), Technische Regeln Gase, Notfallausrüstung (Koffer), Unfallmeldung gemäß MPG über DIMDI 1
7 HBO-Indikationen nach GTÜM e.V., ECHM und UHMS: Notfallindikationen und elektive Indikationen, Brandlasten, Verhalten bei Brand (Alarmplan), Brandschutzeinrichtungen 5
8 Behandlungstabellen und Austauchtabellen für Begleitpersonal / Begleiterwechsel: z.B. Problemwunden-Schema, Boerema-Schema, US Navy TT 6, Comex Cx30 2
9 Vorschriften u. Sicherheitsbestimmungen in der Druckkammertechnik: Luftaufbereitung, Schalttafel, Pneumatikfahrstand, Computersteuerungn 1
10 Monitoring und Dokumentation: EKG, NiBP, TcPO2, ExPO2 1
11 Psychologische Aspekte der Patientenbetreuung und -führung während der Druckkammerbehandlung: Nähe und Distanz 2
12 Hygiene in hyperbaren Einrichtungen: Besonderheiten von Desinfektionsmitteln unter hyperbaren Bedingungen, regelmäßige Desinfektions- und Reinigungsarbeiten, MRSA-Patienten und andere Infektionserkrankungen in der HBO, Schutzkleidung 2
13 Brandschutz: Vorbeugung, Brand-Bekämpfung 1
14 Theoretische Prüfung und Besprechung 1
Summe Unterrichtseinheiten Theorie 24
PRAXIS Unterrichtseinheiten
(45 min)
Pos Unterrichtsthema
15 Druckkammertechnik: Luftaufbereitung, Schalttafel, Pneumatikfahrstand, Computersteuerung, geltende Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen 2
16 Patientenvorbereitung: Druckkammertauglichkeit (EKG, Lungenfunktion, HNO-Arbeitsplatz etc.) 2
17 Praxis der Druckkammerbegleitung: Vor Behandlungsbeginn: Vorbereitung der Kammern, Während der Behandlung: Wer wird begleitet? Betreuung während der DK-Behandlung, Besonderheiten bei Medikamentengabe (z.B. Infusion), Drainagen (z.B. Redon, Colostoma etc.), Nach der Behandlung: Dokumentation 24
18 Notfall-Training: Reanimationsübung an und in einer Druckkammer, notfallmäßiges Einschleusen, Patientenführung bei Notfällen, Verhalten bei technischen Notfällen 8
19 Praktische Prüfung und Besprechung 4
Summe Unterrichtseinheiten Praxis 40
III. Ausbildung „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin“
THEORIE Unterrichtseinheiten
(45 min)
Pos Unterrichtsthema
1 Physiologie und Pathophysiologie unter hyperbaren Bedingungen: Herz- Kreislauf, Lunge, Nierenfunktion 1
2 Erweitertes Monitoring: Exspiratorische Sauerstoffmessung, Online-Blutgasmessung, TcpCO2, IBP, Camino-Sonde 1
3 Gesetzliche Vorschriften zum Betrieb von Geräten in der Druckkammer: MPG, Konfirmationserklärung, CE etc. 1
4 Medikamente: Wirkung unter hyperbaren Bedingungen, Besonderheiten bei der Applikation unter hyperbaren Bedingungen 1
5 Drainagesysteme: Redon, Bülau, Ventrikeldrainagen 1
6 Besonderheiten der Beatmung unter hyperbaren Bedingungen: Volumenmessung, Sauerstoffmessung, Open lung-Manöver 1
7 Fallbeispiele und Diskussion: CO-Intoxikation, Verbrennung, Hirnabszess, Anämie, Tauchunfall, Emphysem 2
Summe Unterrichtseinheiten Theorie 8
PRAXIS Unterrichtseinheiten
(45 min)
Pos Unterrichtsthema
8 Besonderheiten Beatmungsgeräte: z.B. Servo 900 C, Evita 4, Oxylog 2000 und andere 3
9 Ablauforganisation in einem Druckkammerzentrum der Maximalversorgung 1
10 Hygiene: Besonderheiten bei der Aufbereitung von Beatmungsgeräten und Zubehör, der infektiöse Patient 2
11 Begleitung von Intensivpatienten: Cuffdruck-Kontrolle, Bülau-Drainage, Zwischenfälle, Ausfall von lebenswichtigen Systemen (Ausfall des Beatmungsgerätes und Ersatzmaßnahmen, Ausfall von Monitoring und Verhalten) 23
12 Theoretische und Praktische Prüfung und Besprechung 3
n Summe Unterrichtseinheiten Praxis 32
Anerkennung der Kursleitung

Der Leiter eines Kurses nach diesen Richtlinien muss zum Zeitpunkt der Kursdurchführung selbst das Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin / Consultant for Diving and Hyperbaric Medicine“ besitzen.

Anerkennung von Kursen

  1. Der Leiter eines Kurses hat einen detaillierten Stundenplan mit Nennung der Referenten  vorzulegen, der erkennbar das entsprechende Curriculum abdeckt. Es werden nicht mehr als 8 theoretische UE pro Unterrichtstag und nicht mehr als 10 UE insgesamt pro Unterrichtstag anerkannt. Der Leiter hat weiter ein Muster der Abschlussprüfung, eine Musterlösung, seinen Bewertungsschlüssel mit Bestehensgrenze hierzu sowie sein Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin“ vorzulegen. [Anmerkung: Bearbeitungsgebühren und Antragsunterlagen sind gemäß Absprache von GTÜM und VDD an den VDD zu schicken.]
  2. Eine zeitgerechte Benachrichtigung des Kursleiters über die Anerkennung seines geplanten Kurses ist nur möglich, wenn der die genannten Unterlagen 12 Wochen vor Kursbeginn vorliegen.
  3. Für die Bearbeitung der o.g. Kursunterlagen wird eine Gebühr von 100,- Euro fällig (Einzahlung auf das Konto des VDD), die Bearbeitung erfolgt nicht vor Eingang der Gebühr.
  4. Die Gebühr nach Nr. 3 entfällt, wenn der betreffende Kurs mit dem gleichen Stundenplan und den gleichen Referenten durchgeführt wird wie bei einem bereits zuvor genehmigten Kurs. Die Nummern 1 und 2 bleiben hiervon unberührt.

Bestätigung der Vermittlung der Kursinhalte

  1. Der Kursleiter hat den Kursteilnehmern zu Beginn des Kurses einen Bewertungsbogen (Muster siehe Anhang) auszuhändigen, auf dem der Kursteilnehmer zu jeder Unterrichtseinheit vermerkt, ob die Unterrichtsinhalte vom Referenten umfassend und klar dargestellt wurden.
  2. Die Bewertungsbögen sind vom Kursteilnehmer zu unterzeichnen. Der Teilnehmer legt den Bogen den Antragsunterlagen bei.

Ausstellung der Diplome

Die Diplome werden durch den VDD ausgestellt. Alle Anträge und Unterlagen sind an die Geschäftsstelle des VDD zu richten, hier werden sie auf Vollständigkeit geprüft und an die Gutachter weitergeleitet. GTÜM und VDD benennen je einen Gutachter. Diplome können nur ausgestellt werden, wenn:

  1. der jeweils letzte, qualifizierende Ausbildungsabschnitt (bei Diplom I: Ausbildung I, bei Diplom II: Ausbildung II, bei Diplom III: Ausbildung III) innerhalb der letzten 12 Monate vor Antragstellung absolviert wurde,
  2. der Kurs und die Abschlussprüfung anerkannt wurden, oder bei ausländischen Kursen die Ausbildung nach vergleichbaren Kursinhalten erfolgte und eine Anerkennung nach vergleichbaren Beurteilungsgrundsätzen durch die nationale wissenschaftliche Fachgesellschaft für Tauch- und Hyperbarmedizin im betreffenden Land vorliegt,
  3. der Kandidat alle genannten Unterlagen incl. des vollständig ausgefüllten Bewertungsbogens vorlegt und
  4. der Kandidat pro Diplomierung eine Bearbeitungsgebühr von 50,- Euro entrichtet hat.
    [Anmerkung: Bearbeitungsgebühren und Antragsunterlagen sind gemäß Absprache von GTÜM und VDD an den VDD zu schicken.]

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