Kosten der HBO-Therapie

Kostenerstattung der Behandlung mit Hyperbarer Sauerstofftherapie

In Privatversicherungen, über Beihilfe und durch die Berufsgenossenschaften versicherte Patienten erhalten je nach Art und Dauer der Erkrankung die Therapiekosten in der Regel ersetzt.

Die Therapie-Empfehlung Ihres Arztes von Vorteil

Der primär behandelnde Arzt kann die Kostenübernahme seitens der Kassen unterstützen: Bei Vorliegen entsprechender Befunde schreibt er einen kurzen formlosen Kostenübernahmeantrag mit Angaben zur Behandlungsdiagnose, Art und Ergebnis der abgeschlossenen Vorbehandlung oder einen Brief ärztlichen Inhaltes.

Gesetzlichen Krankenversicherung: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) beschließt über neue Heilmethoden

Durch Beschluss des „Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen“ vom 10. April 2000 dürfen gesetzliche Krankenkassen (z.B. AOK, BKK, LKK, Ersatzkassen) die Anwendung der HBO in der ambulanten Patientenversorgung nicht mehr bzw. nur noch in Einzelfällen bezahlen.

Die Rechtmäßigkeit der ablehnenden Haltung der übrigen Krankenkassen wird derzeit gerichtlich überprüft. Bis zur Entscheidung der Gerichte müssen Angehörige gesetzlicher Krankenkassen die Kosten der HBO-Therapie vorerst selber tragen. Sie sollten sich aber einen schriftlichen Ablehnungsbescheid ihrer Krankenkasse aufheben, um die Kosten ev. bei der Steuerklärung als besondere Belastung geltend machen zu können und bei positivem Gerichtsentscheid nochmals mit Ihrer Kasse zu verhandeln.

Der gleichrangige „Bundesausschuss Krankenhaus“ hat bis heute vier Indikationen zur HBO erneut überprüft (Tauchunfall, Gasembolie, Kohlenmonoxydvergiftung, Neuroblastom Stadium IV, diabetischer Fuß Wagner III und IV) und festgestellt, dass die HBO-Wirkung für diese Indikationen wissenschaftlich abgesichert ist und die Hyperbare Sauerstofftherapie aus diesem Grund im Spektrum der stationären Behandlung bleibt.

Indikationen, die beispielsweise wegen fehlender Versorgungsrelevanz von der Prüfung durch den G-BA zurückgestellt worden sind, können im stationären Bereich weiter angewendet werden, beispielsweise Hörstörungen oder Osteomyelitis. Ausgeschlossen aus der stationären Behandlung mit HBO wurden Krankheiten wie Herzinfarkt, Mornus Perthes, Weitwinkelglaukom und Neuroblastom sonstige Stadien. (Dabei handelt es sich aber um Indikationen, die seitens der Fachverbände für HBO Medizin nicht propagiert werden, weil hierfür die wissenschaftlichen Untersuchungen noch nicht fortgeschritten sind)

Stationär aktuell: Es dürfen alle Indikationen behandelt werden, die vom „BUB bzw. G-BA stationär“ nicht abgelehnt oder von einer Überprüfung ausgenommen wurden. Der diabetische Fuß – Wagner III und IV – wurde am 13.3.2008 durch den „G-BA stationär“ (nach Ausschöpfung der Standardtherapie) als Indikation für die stationäre Versorgung bestätigt. Zusatzentgelte wurden beantragt, jedoch abgelehnt, was dazu führt, dass das Krankenhaus die HBO aus eigener Tasche bezahlen muss.

Für private Krankenversicherungen sind Beschlüsse des G-BA unverbindlich

Für die Beurteilung der medizinischen Notwendigkeit einer Heilbehandlung im Sinne der versicherungsvertraglichen Regelungen sind die objektiven Erkenntnisse und Befunde im Zeitpunkt der Vornahme der Behandlung entscheidend. Von der medizinischen Notwendigkeit einer Behandlung ist im Allgemeinen dann auszugehen, wenn eine Behandlungsmethode angewandt wird, die geeignet ist, die Krankheit zu heilen, zu lindern oder ihrer Verschlimmerung entgegen zu wirken. Der Annahme einer medizinisch notwendigen Heilbehandlung steht gegebenenfalls auch nicht der Umstand entgegen, dass die Behandlungsmethode noch nicht in der wissenschaftlichen Literatur nach wissenschaftlichem Standard dokumentiert und bewertet worden ist. Ansonsten würde jeglicher medizinische Fortschritt unterbunden.

Wahl der Behandlungsmethode

Die Wahl der Behandlungsmethode ist grundsätzlich vom Patienten und seinem Arzt zu treffen, wenn mehrere als vertretbar in Betracht kommende Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen.

Vor der ersten Behandlung muss eine eingehende Untersuchung zum Ausschluss von Behandlungsrisiken erfolgen. In den Kosten sind folgende Leistungen enthalten:

  • Druckkammerbehandlung
  • Eingangsuntersuchung auf Tauglichkeit
  • Erhebung und Dokumentation der Ausgangsbefunde
  • Zwischenuntersuchung vor jeder Behandlung
  • Beratung nach jeder Behandlung
  • Abschlussuntersuchung

Tauchunfallbehandlung – DCS 1 und DCS 2 – mit HBO

Um die Tauchunfallbehandlung sowohl ambulant als auch stationär, zu sichern, haben sich folgende Tauchunfallversicherer bzw. Tauchunfall-Assistancen gegenüber dem Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. bereit erklärt, neben dem Pflegesatz dem jeweils behandelnden Druckkammerzentrum die Behandlungskosten zusätzlich zu vergüten:

Dies ist eine bundesweit einmalige Aktion: Damit gleichen diese Versicherungen die Verwerfungen in der Behandlung von Tauchunfällen aus. (Die Fallpauschale im Krankenhaus beträgt für die komplette Tauchunfallbehandlung beispielsweise EUR 608,15. In Deutschland entstehen für eine notfallmäßige, ca. 5-stündige Tauchunfall-Einzelbehandlung mit ärztlicher Betreuung in der Druckkammer Kosten in Höhe von ca. EUR 1700,00.)Stand Dezember 2010