Diabetisches Fußsyndrom – G-BA: HBO-Therapie zukünftig auch ambulant eine ergänzende Behandlungsmöglichkeit

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Diabetisches Fußsyndrom – G-BA: HBO-Therapie zukünftig auch ambulant eine ergänzende Behandlungsmöglichkeit

Patientinnen und Patienten mit schwerem diabetischen Fußsyndrom ab Wagner II können künftig auch ambulant mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) behandelt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 21.09.2017 diese Leistungsausweitung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. 

„In Studien wurden Anhaltspunkte gefunden, wonach sich Wunden, die unter der Standardtherapie nicht zu heilen beginnen, bei einer zusätzlichen HBO besser schließen“, erläuterte Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA. Trotz eines nicht eindeutig belegten medizinischen Nutzens habe man beschlossen, Patienten mit einem schweren diabetischen Fußsyndrom mit der HBO eine ergänzende ambulante Behand­lungsmöglichkeit zu eröffnen.

Diabetisches Fußsyndrom ist durch eine schlecht heilende Wunde am Fuß gekennzeichnet. Circa drei Prozent der Diabetiker in Deutschland leiden an dieser Folgeerkrankung, die mit Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen einher­geht. Zur Einteilung des Schweregrades wird in der Regel die Wagner-Armstrong-Klassifikation herangezogen. Im Wagner-Stadium II sind die Wunden bis zur Ebene von Sehnen und Gelenkkapseln vorgedrungen. Ab dem Wagner-Stadium III liegt eine Wundtiefe bis zur Ebene der Knochen vor. Die Knochen- und Gelenkbeteiligung kann prognostisch so ungünstig sein, dass im Vorfußbereich oder in Höhe des Unterschenkels eine Amputation vorgenommen werden muss.

Die Beschlüsse werden dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und treten nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Die HBO bei diabetischem Fußsyndrom kann als ambulante Leistung erst dann erbracht werden, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab entschieden hat.

Quellen:

Diabetes News

Praxisnachrichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses(G-BA)

4. Oktober 2017|News Aerzte, News Patienten|