HBO: Sauerstoff plus Überdruck = Regeneration
Die Sauerstoff-Überdruck-Therapie ist eine spezielle, seit Jahrzehnten international erfolgreich angewandte ärztliche Behandlung. Bei erhöhtem Umgebungsluftdruck atmen die Patienten in einer Druckkammer über Gesichtsmasken medizinisch reinen Sauerstoff ein. Die HBO ist eine nebenwirkungsarme und risikoarme Therapie. Zuerst werden Sie gründlich untersucht. Die Behandlung selbst ist angenehm. Bringen Sie Ihre Lieblingslektüre mit.
Sauerstoff: Unter Überdruck bekommen Sie mehr
Unter normalen Bedingungen wird der Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden und von den Lungen zu den Körperzellen transportiert. Der in der Blutflüssigkeit (Plasma) gelöste Sauerstoffanteil ist unter Normalbedingungen minimal
(0,3 Volumen %). Aufgrund eindeutiger, wissenschaftlich nachgewiesener Gesetzmäßigkeiten erhöht sich durch Atmen von reinem Sauerstoff bei Druckverhältnissen von zum Beispiel 3 bar (300 kPa, entspr. 20m Tauchtiefe) der Sauerstoffgehalt im Plasma auf 6,8 Vol %. Das entspricht dem normalen Sauerstoffdruckunterschied zwischen Arterien und Venen.
Bei 6,8 Volumen % Sauerstoffgehalt im Plasma überleben die Zellen selbst ohne den sonst üblichen Sauerstofftransport durch roten Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Der gesamte Sauerstoffbedarf des Körpers und seiner Organe kann während dieser O2 Atmung im Überdruck gedeckt werden.
Versorgung auch schlecht durchbluteter Bezirke im Körper mit Sauerstoff
So werden bei entsprechender Krankheit auch schlecht durchblutete Bezirke im Körper ausreichend mit reinem Sauerstoff versorgt, die unter normalen Druckbedingungen nur unzureichend ernährt würden. Insbesondere schlecht durchblutete oder entzündete Gewebe können durch diese Behandlung ausheilen, weil kleine Blutgefäße, Knochen und Bindegewebe neu gebildet werden, die körpereigene Abwehr angeregt wird, Ödeme abschwellen und der Zellstoffwechsel normalisiert werden. Dies sind nur einige der heilenden Wirkungen der Sauerstoff-Überdruck-Behandlung (HBO).
Wir behandeln je nach spezifischem Krankheitsbild mit einem Überdruck von 0.5 - 1.8 bar, entsprechend einer Tauchtiefe von 5 - 18 m. Während der Behandlung atmen die Patienten über ein Schlauch-Maskensystem od. ein Kopfzelt reinen Sauerstoff.
Seit wann gibt es die hyperbare Sauerstofftherapie?
Bereits aus der Antike wird von Überdruckbehandlungen berichtet. Im 19. Jahrhundert erfolgte erstmals die klinische Anwendung im Zusammenhang mit der Taucherkrankheit. Im Jahre 1887 beschrieb der französische Physiologe Paul Bert die Ursache der Taucherkrankheit und legte den Grundstein zur Behandlung in der Druckkammer. Ende der 50er Jahre wurden wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, wobei nachgewiesen wurde, daß ein Leben ohne rote Blutkörperchen in einer Druckkammer unter reiner Sauerstoffatmung möglich ist, da sich mit HBO der Gesamtbedarf des Körpers mit dem im Plasma physikalisch gelösten Sauerstoff decken lässt. 1960 bekämpfte Prof. Boerema erstmalig mit HBO erfolgreich eine Gasbrandinfektion. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Behandlungsmethode weltweit eingeführt. So sind z.B. derzeit in der VR China 1800 Druckkammern in Betrieb, in Japan 800 und in Deutschland ca 40.
Sie finden weiterführende Literatur unter der Rubrik "Ärzteinformationen"
Stand: März 2009
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