|   HOME   |   KONTAKT   |   IMPRESSUM   |   SITEMAP     
VDD e.V. - Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. (VDD)

Qualifikation der Ärzte

Aufgrund der Besonderheiten der Therapiemethode bedarf es bei den durchführenden Ärzten einer besonderen Qualifikation auf dem Gebiet der Tauchmedizin und Hyperbarmedizin.

Eine Facharztqualifikation braucht nur der "Consultant". In keiner bisher in Deutschland anerkannten Facharztweiterbildung / Weiterbildung zu einer anerkannten Zusatzbezeichnung werden fachliche Inhalte über die Hyperbare Sauerstofftherapie so vermittelt, dass sich hieraus ein Anspruch bestimmter etablierter Fachdisziplinen ableiten ließe, die HBO könne nur mit dem Wissen eines bestimmten Facharztes / bei Vorhandensein einer bestimmten Zusatzbezeichnung sicher durchgeführt werden.

Hinsichtlich der Qualifikationsanforderungen sollte man die 2002 als fachverbandsinterne Diplome neu strukturierten und schon zuvor etablierten Qualifikationen der GTÜM e.V. betrachten.

Europaweit liegen entsprechende Empfehlungen als Konsensuskonferenzbeschluss des European Committee for Hyperbaric Medicine (ECHM) vor. Sie sind im Protokoll der ersten Konferenz von 1994 in Lille (F) niedergelegt (Perret 1995).

Vergleichbare Empfehlungen - wenn auch nicht explizit als Ausbildungskatalog ausformuliert - lassen sich den Ausführungen des Komitees für Hyperbare Medizin der amerikanischen Undersea and Hyperbaric Medical Society (UHMS) entnehmen, die in dem zuletzt 1996 aktualisierten "Committee Report" nachzulesen sind (Camporesi 1996).

In Deutschland haben die entsprechenden Fachverbände, die wissenschaftliche Fachgesellschaft "Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V." (GTÜM e.V., Mitglied der AWMF) und der "Verband deutscher Druckkammerzentren e.V." (VDD e.V.) die internationalen und europäischen Empfehlungen in ihren zuletzt 2002 gemeinsam neu erarbeiteten "Qualitätsstandards für die HBO-Therapie" umgesetzt.

In seinem Handbuch zur Zertifizierung von Druckkammerzentren fordert der VDD e.V. für die die HBO-Therapie durchführenden Ärzte die Qualifikation die von der GTÜM e.V. vorgegeben Qualifikationen ( siehe Anhang ).

Für Leitende Ärzte von Druckkammerzentren wird vom VDD e.V. mindestens die Qualifikation "Tauch- und Überdruckmedizin" der GTÜM e.V. gefordert.


Ausbildungs-Richtlinien der GTÜM e.V. für tauch- und hyperbarmedizinische Qualifikationen von Ärzten

Gültig ab 01.10.2002

A) Diplome der GTÜM e.V.

I. Diplom „Tauchtauglichkeits-Untersuchungen“ (Medical Examiner of Divers)

  • Approbation als Arzt
  • Erfolgreiche Absolvierung eines von der GTÜM e.V. anerkannten Kurs I
  • Aktuelle Tauchtauglichkeit nach GTÜM-Richtlinien
  • Tauchausbildung (CMAS * / PADI OWD oder äquivalent) (Ausnahmen möglich, wenn
    wichtige Gründe gegen eine Tauchtauglichkeit bestehen)
  • Gültigkeit 3 Jahre

Erneuerung des Diploms bei:

  • Nachweis von 20 Untersuchungen von Tauchern nach GTÜM-Richtlinien in den letzten 3 Jahren,
  • aktueller Tauchtauglichkeit nach GTÜM-Richtlinien und
  • Absolvierung eines Refresher-Kurses (16 UE) über die Inhalte von Kurs I.

 

II. „Taucherarzt“-Diplom (Diving Medicine Physician)

  • Diplom „Tauchtauglichkeits-Untersuchungen“ (GTÜM e.V.)
  • Erfolgreiche Absolvierung eines von der GTÜM e.V. anerkannten Kurs II
  • Fachkundenachweis Rettungsdienst oder Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
  • 3 Monate ärztl. Tätigkeit in einer Anästhesieabteilung oder auf einer Intensivstation
  • Aktuelle Druckkammertauglichkeit
  • Gültigkeit 3 Jahre

Erneuerung des Diploms bei:

  • Nachweis von 20 Untersuchungen von Tauchern nach GTÜM-Richtlinien in den letzten 3 Jahren,
  • Absolvierung eines Refresher-Kurses (16 UE) über die Inhalte von Kurs I,
  • Nachweis der Teilnahme an einem UHMS-, EUBS- oder GTÜM-Kongreß oder einem neuen Kurs II
    in den letzten drei Jahren, alternative Weiterbildungen (z.B. Workshops) müssen von der GTÜM e.V.
    approbiert werden.
  • Bei Zeiträumen von über 3 Jahren seit der Diplomverleihung / der letzten Diplomverlängerung ist ein
    neuer Kurs II nachzuweisen.


III. „Druckkammerarzt“-Diplom (Hyperbaric Medicine Physician)

  • „Taucherarzt“-Diplom (GTÜM e.V.)
  • Erfolgreiche Absolvierung eines von der GTÜM e.V. anerkannten Kurs III
  • 6 Monate ärztl. Tätigkeit in einer Anästhesieabteilung oder auf einer Intensivstation
  • 6 Monate ärztl. Tätigkeit an einem von der GTÜM e.V. anerkannten Druckkammerzentrum
  • Aktuelle Druckkammertauglichkeit
  • Gültigkeit 3 Jahre

Erneuerung des Diploms bei:

  • Teilnahme an drei Kongressen/Konferenzen (UHMS, EUBS oder GTÜM) in den letzten drei Jahren,
  • aktueller Druckkammertauglichkeit und
  • ärztl. Tätigkeit an einem von der GTÜM e.V. anerkannten HBO-Druckkammerzentrum während der letzten
    drei Jahre, alternativ Nachweis einer aktuellen 80 Std. Hospitation als Arzt an einem von der GTÜM e.V.
    anerkannten HBO-Druckkammerzentrum.


IV. Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin“ (Diving and Hyperbaric Medicine Consultant)

  • „Taucherarzt“-Diplom (GTÜM e.V.)
  • Diplom “Druckkammerarzt“ (GTÜM e.V.)
  • Facharzt-Urkunde
  • Aktuelle Druckkammertauglichkeit
  • Mitgliedschaft in der GTÜM e.V.
  • Nachweis umfassender Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Tauchmedizin und der hyperbaren Sauerstofftherapie
    Erläuterung: Die Erfahrung, die einen Experten auf dem Gebiet der Tauch- und Hyperbarmedizin ausmacht,
    kann nicht in Kursen erworben werden. Kandidaten haben zusammen mit den o.g. Nachweisen ihren
    Lebenslauf unter besonderer Berücksichtigung der erworbenen spezifischen Erfahrungen und Kenntnisse
    einzureichen (Lehrtätigkeiten, Veröffentlichungen etc.).
  • Das Diplom wird durch die GTÜM e.V. in Einzelfallentscheidung verliehen, bei besonderer Qualifikation
    kann von den genannten Anforderungen abgewichen werden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Gültigkeit 3 Jahre

Erneuerung des Diploms bei:

  • Nachweis der regelmäßigen Teilnahme an entsprechenden Kongressen, Seminaren und Workshops
    (z.B. UHMS, EUBS oder GTÜM) in den letzten drei Jahren
nach oben

B) Kurs-Curricula

Alle Kurse schließen mit einer schriftlichen Prüfung über die Unterrichtsinhalte ab. Für die erfolgreiche Absolvierung eines Kurses ist das Bestehen der Abschlussprüfung erforderlich. Die römischen Ziffern (I/II/III) in der Spalte “Unterrichtsthema” benennen die Kurse, in dem dieses Einzelthema behandelt werden soll.

 

Kurs I II III
Pos. Unterrichtsthema UE (45 min)
1. PhysiologieundPathologiebeim Tauchen und bei Überdruckexposition
1 Hyperbare Physik 2 ? ?
2 Tauchbezogene Physiologie (funktionelle Anatomie, Atmung, Gehör, Druckausgleich,
Thermoregulation, Immersion)
2 ? ?
3 Hyperbare Pathophysiologie (Blackout-Entstehung (I) incl. Apnoe (I), Psychologie (I/II), Arbeitsleistung/Ausdauer unter Wasser (II)) 1 1 -
4 Hyperbare Pathophysiologie (Dekompressionstheorien, Blasen) 1 2 1
5 Akute dysbare Erkrankungen. Dekompressionserkrankungen (Barotrauma der Lunge, DCS) 1 2 1
6 Chronische dysbare Erkrankungen (Langzeitauswirkungen) 1 2 -
7 Grundlagen der HBO (Wirkungen des hyperbaren Sauerstoffes) - 1 2
8 Sauerstoffintoxikation ? 1 2
9 Inertgaseffekte (Narkose, HPNS) ? 1 ?
10 Medikamente unter Druck 1 ? 2
11 Druckunabhängige Pathologien beim Tauchen (Hypothermie, Beinahe-Ertrinken, Effekte von Fauna und Flora, Verletzungen und Unfälle im Wasser, der kranke Taucher) ? 3 -
12 Tödliche Tauchunfälle ? 1 -
2. Tauchtechnik und Sicherheit
1 Tauchverfahren (Bell Diving (II)) ? 1 -
2 Tauchverfahren (Self contained underwater breathing apparatus (SCUBA); Oberflächenversorgung; Bell; Transfer unter Druck (TUP); Oberflächen-Dekompression (SurD); O2-Dekompression; Mischgastauchen) ? 2 -
3 Taucher (Sporttauchen: SCUBA, Technical Diving und Tieftauchen, Apnoe-Tauchen, Berufstauchen: Offshore-Tauchen, Inshore-Tauchen, wissenschaftliches Tauchen, Tauchen für Medien, Sporttauchlehrer, Druckluftarbeit, Astronauten) 2 3 -
4 Tauchausrüstung (SCUBA, Surface supplied underwater breathing apparatus (SSUBA), Mischgastauchen, Rebreather, Überwachungstechnik, Werkzeug, Anzüge) 1 1 -
5 Tauchtabellen, Tauch-Computer (inkl. Bergseetauchen, Oberflächenpause, Deko für Druckkammer-Begleiter (II/III)) 1 2 1
6 Vorschriften und Standards für Taucher (VBG 39, DLV) 1 - -
7 Sicherheitsplanung /Management (Überwachung), Reisemedizin (I), DAN (II) 1 1 -

3. Tauchtauglichkeit
1 Tauglichkeitskriterien und Kontraindikationen (für Taucher, Druckluftarbeiter, HBO-Patienten und Druckkammerpersonal) 6 - 2
2 Tauchtauglichkeitsuntersuchung (Diagnostik) 1 - 1
3 Tauglichkeitsstandards und Regeln (Berufs- und Sporttaucher), G 31 1 - 1

4. Tauchunfälle
1 Tauchunfälle/Tauchzwischenfälle (Diagnostik und präklinische Versorgung inkl. HNO, Barotraumen und HLW), Transport, DAN, nasse Rekompression und Transport-Druckkammer (II) ? 2 1
2 Klinisches Tauchunfallmanagement (Diagnostik, Patientenversorgung und Follow up) - 2 1
3 Tauchunfall-Management (Differentialdiagnose) ? 1 1
4 HBO-Therapie für Tauchunfälle (Tabellen, Strategien) ? 3 1
5 Rehabilitation behinderter Taucher - 1 1

5. Klinische HBO-Therapie
1 Druckkammertechnik (Multiplace, Monoplace, Transportdruckkammer, nasse Rekompression) - 2 1
2 HBO: absolute Indikationen:
II: DCS u. AGE
III: DCS (1 UE), AGE (1 UE), CO-Intoxikation (2 UE), Gasbrand-Infektion (2 UE)
- ? 6
3 HBO: empfohlene Indikationen:
Crush-Verletzung u. Kompartment-Syndrom (2 UE), Verbrennung (1 UE), nekrot. Weichteil-Infektionen (1 UE), Osteomyelitis (1 UE), Osteoradionekrose, Weichteilradionekrosen u. osteointegrierte Implantate (4 UE), krit. Lappen u. Grafts (1 UE), Diab. Fußsyndrom (2 UE), Hirnabszess (1 UE), Hörsturz u. Lärmtrauma (1 UE)
- - 14
4 HBO: experimentelle u. anekdotische Indikationen:
Retina-Art.-Verschluß (½), pAVK-, CVI- u. Dekubitus-Ulzera (1 UE), Anämie, MS, Migräne, Apoplex, Myocardinfarkt etc. (1½ UE)
- - 3
5 Datensammlung – Statistik – Auswertung - 1 1
6 Allgemeine Basistherapie (Pflege) - 1 2
7 Diagnose-, Überwachungs- und Therapie-Geräte in der Druckkkammer, tcPO2-Mapping (III) - 2 3
8 Risikoabschätzung, Zwischenfall-Überwachung und Notfallplan in Druckkammern, Brandschutzn - 1 2
9 Sicherheits-Bestimmungen, Medizinproduktegesetz (MPG) - 1 1

6. Verschiedenes
1 Forschungsstandards - ? -
2 Ausbildungsprogramm für Assistenzpersonal - 1 -
3 Management / Organisation eines Druckkammerzentrums - 1 1

7. Praktische Übungen
1 Nachweis der Druckkammer-Tauglichkeit des Kurs-Teilnehmers - ja ja
2 HLW - 1 -
3 Praxis in Erster Hilfe am Unfallort (Tauchunfälle), Umgang mit verschiedenen Sauerstoff-Geräten - 1 -
4 Praktische Übungen zu Tauchtauglichkeitsuntersuchungen (Untersuchungstechniken: Lungenfunktion, Ergometrie, Otoskopie, Parazentese (II/III)) 2 1 2
5 Demo: Berufstauchen 1 1 -
6 Demo: HBO-Therapie (Druckkammerfahren, Technik-Checklisten, Patienten-Check) - 2 2
7 Praxis der HBO-Therapie (inkl. Druckkammer-Test)) - 5 11

Unterrichtsumfang
  Theorie UE 27 45 49
  Praktische Übungen UE 3 11 15
  Summe UE 30 56 64

nach oben

C) Anerkennung der Kursleitung durch die GTÜM e.V.

Der Leiter eines Kurses nach GTÜM-Richtlinien muß zum Zeitpunkt der Kursdurchführung selbst das Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin (GTÜM e.V.) besitzen.

D) Anerkennung von Kursen durch die GTÜM e.V.

  1. Der Leiter eines Kurses hat einen detaillierten Stundenplan mit Nennung der Referenten vorzulegen, der erkennbar das entsprechende Curriculum gemäß GTÜM e.V. abdeckt. Er hat weiter ein Muster der Abschlußprüfung, eine Musterlösung, seinen Bewertungsschlüssel mit Bestehensgrenze hierzu sowiesein gültiges Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin (GTÜM e.V.)“ vorzulegen.
  2. Eine zeitgerechte Benachrichtigung des Kursleiters über die Anerkennung seines geplanten Kurses ist nur möglich, wenn der GTÜM e.V. die genannten Unterlagen 12 Wochen vor Kursbeginn vorliegen.
  3. Für die Bearbeitung der o.g. Kursunterlagen wird eine Gebühr von € 200,- fällig, die Bearbeitung erfolgt nicht vor Eingang der Gebühr.

E) Bestätigung der Vermittlung der Kursinhalte

  1. Der Kursleiter hat den Kursteilnehmern zu Beginn des Kurses einen Bewertungsbogen nach Muster der GTÜM e.V. (s. Anhang) auszuhändigen, auf dem der Kursteilnehmer zu jeder Unterrichtseinheit vermerkt, ob die Unterrichtsinhalte vom Referenten umfassend und klar dargestellt wurden.
  2. Die Bewertungsbögen sind vom Kursteilnehmer zu unterzeichnen, vom Kursleiter ist die Kenntnisnahme zu bestätigen. Der Teilnehmer legt den Bogen der GTÜM e.V. vor

F) Ausstellung der Diplome durch die GTÜM e.V.

Diplome können von der GTÜM e.V. nur ausgestellt werden, wenn

  1. der qualifizierende Kurs (bei Diplom I: Kurs I, bei Diplom II: Kurs II, bei Diplom III: Kurs III) innerhalb der letzten 12 Monate vor Antragstellung absolviert wurde,
  2. der Kurs und die Abschlußprüfung von der GTÜM e.V. anerkannt wurden, oder bei ausländischen Kursen die Ausbildung nach vergleichbaren Kursinhalten (z.B. nach EDTC/ECHM-Richtlinien) erfolgte und eine Anerkennung nach vergleichbaren Beurteilungsgrundsätzen durch die nationale wissenschaftliche Fachgesellschaft für Tauch- und Hyperbarmedizin im betreffenden Land vorliegt
  3. der GTÜM e.V. der vollständig ausgefüllte Bewertungsbogen des Kursteilnehmers vorliegt
  4. der Kandidat alle genannten Unterlagen vorlegt und
  5. der Kandidat für Erst-Diplomierungen eine Bearbeitungsgebühr von € 50,- (GTÜM-Mitglieder) bzw. € 125,- (Nichtmitglieder) auf das Konto der GTÜM e.V. überweist oder für Wiederholungs-Diplomierungen eine Bearbeitungsgebühr von € 25,- (GTÜM-Mitglieder) bzw. € 100,- (Nichtmitglieder) auf das Konto der GTÜM e.V. überweist.

G) Refresher-Kurse

Für Refresher-Kurse mit 16 Unterrichtseinheiten über den Kursinhalt des Kurses I gelten die o.g. Bestimmungen über die Anerkennung der Kurse durch die GTÜM e.V. incl. Bewertungsbogen sinngemäß. Der Kursleiter hat angesichts der Kürze dieser Kurse unbedingt die Ausgewogenheit und Zielorientierung der behandelten Themen zu berücksichtigen.

H) Übergangsregelungen

Nach dem 30.06.2003 werden von der GTÜM e.V. keine Anträge auf Diplome nach den Richtlinien von 1996 mehr bearbeitet.

Die nach den Richtlinien von 1996 erteilten Diplome der GTÜM e.V. behalten ihre Gültigkeit auch nach Inkrafttreten der hier vorliegenden Richtlinien. Regelmäßige Erneuerungen dieser Diplome sind nicht vorgesehen.

Für die Funktion des Ärztlichen Leiters einer therapeutischen HBO-Druckkammer fordert die GTÜM e.V. ab 01.07.2003 die Qualifikation „Tauch- und Hyperbarmedizin“ oder „Leitender Druckkammerarzt“ entsprechend den hier vorliegenden Richtlinien.

Bis zum 30.06.2003 gelten für die neuen Diplome folgende Übergangsregelungen:

I) Diplom „Tauchtauglichkeits-Untersuchungen“ (Medical Examiner of Divers)

  • Approbation als Arzt
  • Erfolgreiche Absolvierung eines von der GTÜM e.V. anerkannten Kurs A nach den Richtlinien von 1996
  • Aktuelle Tauchtauglichkeit nach GTÜM-Richtlinien
  • Tauchausbildung (CMAS * / PADI OWD oder äquivalent) (Ausnahmen möglich, wenn wichtige Gründe gegen eine Tauchtauglichkeit bestehen)
  • Gültigkeit 3 Jahre

II) „Taucherarzt“-Diplom (Diving Medicine Physician)

  • Diplom „Tauchmedizin“ (GTÜM e.V.) nach den Richtlinien von 1996
  • Aktuelle Druckkammertauglichkeit
  • Gültigkeit 3 Jahre

III) “Druckkammerarzt“-Diplom

  • Diplom „Tauchmedizin“ (GTÜM e.V.) nach den Richtlinien von 1996
  • Erfolgreiche Absolvierung von der GTÜM e.V. anerkannter Kurse C und D nach den Richtlinien von 1996
  • Aktuelle Druckkammertauglichkeit
  • 6 Monate ärztl. Tätigkeit in einer Anästhesieabteilung oder auf einer Intensivstation
  • 6 Monate ärztl. Tätigkeit an einem von der GTÜM e.V. anerkannten Druckkammerzentrum
  • Gültigkeit 3 Jahre

IIIa) Diplom „Leitender Druckkammerarzt“

  • Diplom „Tauch- und Überdruckmedizin“ (GTÜM e.V.) nach den Richtlinien von 1996
  • Nachweis der ununterbrochenen ärztlichen Leitung eines HBO-Druckkammerzentrums mit laufendem Betrieb seit mindestens einem Jahr bis zum Zeitpunkt der Antragsstellung
  • Gültigkeit 3 Jahre

Erneuerung des Diploms „Leitender Druckkammerarzt“ bei:

  • Nachweis der ununterbrochenen ärztlichen Leitung eines HBO-Druckkammerzentrums mit laufendem Betrieb in den letzten drei Jahren und
  • Nachweis der regelmäßigen Teilnahme an entsprechenden Kongressen, Seminaren und Workshops (z.B. UHMS, EUBS oder GTÜM e.V.) in den letzten drei Jahren

IV) Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin“ (Diving and Hyperbaric Medicine Consultant)

  • Diplom „Tauch- und Überdruckmedizin“ (GTÜM e.V.) nach den Richtlinien von 1996
  • Facharzt-Urkunde
  • Mitgliedschaft in der GTÜM e.V.
  • Nachweis umfassender Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Tauchmedizin und der hyperbaren Sauerstofftherapie (Erläuterung s.o. unter IV )
  • Das Diplom wird durch die GTÜM e.V. in Einzelfallentscheidung verliehen, bei besonderer Qualifikation kann von den genannten Anforderungen abgewichen werden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Gültigkeit 3 Jahre



Anhang
(s. folgende Seiten)

nach oben

Bewertungsbogen für Kurse nach GTÜM-Richtlinien

Teil 1 – Bearbeitungshinweise und Unterschriften

Sehr geehrte/r Kursteilnehmer/in

Um den von Ihnen besuchten Kurs für Ihre Qualifikation gemäß GTÜM-Standards anrechnen zu können, ist es erforderlich, daß dieser Bewertungsbogen der GTÜM e.V. vorliegt. Der Bogen wird Ihnen bei Kursbeginn von der Kursleitung ausgehändigt. Der Bewertungsbogen besteht aus zwei Teilen:

Teil 1 ist von der GTÜM e.V. vorgegeben und beinhaltet diese Bearbeitungshinweise und die Unterschriftsleiste (Seite 1), sowie das Ausbildungscurriculum der GTÜM e.V. (Seite 2). Alle im Curriculum genannten Ausbildungsinhalte müssen sich in entsprechendem Umfang auf Ihrem Kurs-Stundenplan wieder finden

Teil 2 ist von Ihrer Kursleitung individuell gestaltet. Er enthält Ihren Kurs-Stundenplan mit den Spalten: Unterrichtsthema, Bewertung des Unterrichtsthemas, Referent und Bewertung des Referenten. Jedes Thema und jeder Referent ist unbedingt getrennt zu bewerten. Bitte nehmen Sie die Bewertung nach folgendem Schlüssel vor:

 

Bewertung Referent Bewertung Thema
1 = sehr gut 1 = absolut notwendig
2 = gut 2 = notwendig
4 = ausreichend 4 = weniger notwendig
6 = keine Angaben 6 = keine Angaben

Bei Kursende ist der Bewertungsbogen auf dieser Seite von Ihnen zu unterzeichnen, die Kursleitung hat die Kenntnisnahme zu bestätigen. Das Original des Bewertungsbogens (Teil 1 und 2) mit Ihrer Unterschrift und der Unterschrift der Kursleitung verbleibt bei Ihnen und muß mit den übrigen Unterlagen für eine Qualifikation der GTÜM e.V. vorgelegt werden.

 

Kursteilnehmer Kursleitung

 

___________________________________________
Name, Vorname

 

______________________________________________
Name, Vorname

 

___________________________________________
Datum, Unterschrift

 

______________________________________________
Datum, Unterschrift


Bewertungsbogen für Kurse nach GTÜM-Richtlinien

Teil 1 Kurs-Curriculum

 

Kurs I II III
Pos. Unterrichtsthema UE (45 min)
1. PhysiologieundPathologiebeim Tauchen und bei Überdruckexposition
1 Hyperbare Physik 2 ? ?
2 Tauchbezogene Physiologie (funktionelle Anatomie, Atmung, Gehör, Druckausgleich,
Thermoregulation, Immersion)
2 ? ?
3 Hyperbare Pathophysiologie (Blackout-Entstehung (I) incl. Apnoe (I), Psychologie (I/II), Arbeitsleistung/Ausdauer unter Wasser (II)) 1 1 -
4 Hyperbare Pathophysiologie (Dekompressionstheorien, Blasen) 1 2 1
5 Akute dysbare Erkrankungen. Dekompressionserkrankungen (Barotrauma der Lunge, DCS) 1 2 1
6 Chronische dysbare Erkrankungen (Langzeitauswirkungen) 1 2 -
7 Grundlagen der HBO (Wirkungen des hyperbaren Sauerstoffes) - 1 2
8 Sauerstoffintoxikation ? 1 2
9 Inertgaseffekte (Narkose, HPNS) ? 1 ?
10 Medikamente unter Druck 1 ? 2
11 Druckunabhängige Pathologien beim Tauchen (Hypothermie, Beinahe-Ertrinken, Effekte von Fauna und Flora, Verletzungen und Unfälle im Wasser, der kranke Taucher) ? 3 -
12 Tödliche Tauchunfälle ? 1 -
2. Tauchtechnik und Sicherheit
1 Tauchverfahren (Bell Diving (II)) ? 1 -
2 Tauchverfahren (Self contained underwater breathing apparatus (SCUBA); Oberflächenversorgung; Bell; Transfer unter Druck (TUP); Oberflächen-Dekompression (SurD); O2-Dekompression; Mischgastauchen) ? 2 -
3 Taucher (Sporttauchen: SCUBA, Technical Diving und Tieftauchen, Apnoe-Tauchen, Berufstauchen: Offshore-Tauchen, Inshore-Tauchen, wissenschaftliches Tauchen, Tauchen für Medien, Sporttauchlehrer, Druckluftarbeit, Astronauten) 2 3 -
4 Tauchausrüstung (SCUBA, Surface supplied underwater breathing apparatus (SSUBA), Mischgastauchen, Rebreather, Überwachungstechnik, Werkzeug, Anzüge) 1 1 -
5 Tauchtabellen, Tauch-Computer (inkl. Bergseetauchen, Oberflächenpause, Deko für Druckkammer-Begleiter (II/III)) 1 2 1
6 Vorschriften und Standards für Taucher (VBG 39, DLV) 1 - -
7 Sicherheitsplanung /Management (Überwachung), Reisemedizin (I), DAN (II) 1 1 -
3. Tauchtauglichkeit
1 Tauglichkeitskriterien und Kontraindikationen (für Taucher, Druckluftarbeiter, HBO-Patienten und Druckkammerpersonal) 6 - 2
2 Tauchtauglichkeitsuntersuchung (Diagnostik) 1 - 1
3 Tauglichkeitsstandards und Regeln (Berufs- und Sporttaucher), G 31 1 - 1
4. Tauchunfälle
1 Tauchunfälle/Tauchzwischenfälle (Diagnostik und präklinische Versorgung inkl. HNO, Barotraumen und HLW), Transport, DAN, nasse Rekompression und Transport-Druckkammer (II) ? 2 1
2 Klinisches Tauchunfallmanagement (Diagnostik, Patientenversorgung und Follow up) - 2 1
3 Tauchunfall-Management (Differentialdiagnose) ? 1 1
4 HBO-Therapie für Tauchunfälle (Tabellen, Strategien) ? 3 1
5 Rehabilitation behinderter Taucher - 1 1
5. Klinische HBO-Therapie
1 Druckkammertechnik (Multiplace, Monoplace, Transportdruckkammer, nasse Rekompression) - 2 1
2 HBO: absolute Indikationen:
II: DCS u. AGE
III: DCS (1 UE), AGE (1 UE), CO-Intoxikation (2 UE), Gasbrand-Infektion (2 UE)
- ? 6
3 HBO: empfohlene Indikationen:
Crush-Verletzung u. Kompartment-Syndrom (2 UE), Verbrennung (1 UE), nekrot. Weichteil-Infektionen (1 UE), Osteomyelitis (1 UE), Osteoradionekrose, Weichteilradionekrosen u. osteointegrierte Implantate (4 UE), krit. Lappen u. Grafts (1 UE), Diab. Fußsyndrom (2 UE), Hirnabszess (1 UE), Hörsturz u. Lärmtrauma (1 UE)
- - 14
4 HBO: experimentelle u. anekdotische Indikationen:
Retina-Art.-Verschluß (½), pAVK-, CVI- u. Dekubitus-Ulzera (1 UE), Anämie, MS, Migräne, Apoplex, Myocardinfarkt etc. (1½ UE)
- - 3
5 Datensammlung – Statistik – Auswertung - 1 1
6 Allgemeine Basistherapie (Pflege) - 1 2
7 Diagnose-, Überwachungs- und Therapie-Geräte in der Druckkkammer, tcPO2-Mapping (III) - 2 3
8 Risikoabschätzung, Zwischenfall-Überwachung und Notfallplan in Druckkammern, Brandschutzn - 1 2
9 Sicherheits-Bestimmungen, Medizinproduktegesetz (MPG) - 1 1
6. Verschiedenes
1 Forschungsstandards - ? -
2 Ausbildungsprogramm für Assistenzpersonal - 1 -
3 Management / Organisation eines Druckkammerzentrums - 1 1
7. Praktische Übungen
1 Nachweis der Druckkammer-Tauglichkeit des Kurs-Teilnehmers - ja ja
2 HLW - 1 -
3 Praxis in Erster Hilfe am Unfallort (Tauchunfälle), Umgang mit verschiedenen Sauerstoff-Geräten - 1 -
4 Praktische Übungen zu Tauchtauglichkeitsuntersuchungen (Untersuchungstechniken: Lungenfunktion, Ergometrie, Otoskopie, Parazentese (II/III)) 2 1 2
5 Demo: Berufstauchen 1 1 -
6 Demo: HBO-Therapie (Druckkammerfahren, Technik-Checklisten, Patienten-Check) - 2 2
7 Praxis der HBO-Therapie (inkl. Druckkammer-Test)) - 5 11
Unterrichtsumfang
  Theorie UE 27 45 49
  Praktische Übungen UE 3 11 15
  Summe UE 30 56 64

Teil 2 ? Stundenplan zur Bewertung

(BEISPIEL !)

Kurs I nach GTÜM-Richtlinien

Samstag, 01.13.2002

 

  Thema Bewertung Referent Bewertung
09:00-10:30 Hyperbare Physik   Dr. Meier  
11:00-12:30 Tauchbezogene Physiologie   Dr. Müller  
13:30-14:15 Hyperbare Pathophysiologie: Blackout/Apnoe/Psychologie   Dr. Schulze  
14:15-15:00 Hyperbare Pathophysiologie: Dekompressionstheorien/Blasen   Dr. Schulze  
15:30-16:15 Dekompressionserkrankungen   Dr. Schmid  
15:15-17:00 Chron. Dysbare Erkrankungen   Dr. Schmid  

 

Bewertung Referent Bewertung Thema
1 = sehr gut 1 = sehr gut
2 = gut 2 = gut
4 = ausreichend 4 = weniger notwendig
6 = keine Angaben 6 = keine Angaben

nach oben

 



kostenlose
Hotline

0800 /
0004881

Druckkammerzentren im Überblick





Kammersuche