Ausbildungsrichtlinien und Zertifizierung für das Assistenzpersonal von therapeutischen HBO- Druckkammerzentren der GTÜM e.V. und des VDD e.V.
Druckkammerbediener/- in Hyperbarmedizinischer Assistent/- in Intensivpflegekraft Hyperbarmedizin
Gültig ab 1. April 2004
Vorwort
Die GTÜM e.V. (Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V.) und der VDD e.V. (Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V.) haben sich seit Jahren bemüht die Qualitätsstandards im Bereich der Hyperbarmedizin auf dem höchstmöglichen Standard zu definieren und durchzusetzen. Dabei wurden auch international Maßstäbe gesetzt.
Die Ausbildungsordnung für Assistenzpersonal war in der Vergangenheit aus Praktikabilitätsgründen eng an die der Ärzte angelehnt. Das hat sich in der Praxis nicht bewährt. Spätestens mit der Umstellung der Weiterbildung der Ärzte für Hyperbarmedizin ist daher auch die Weiterentwicklung der Ausbildungsrichtlinien für Assistenzpersonal dringlich und wird hier vorgestellt.
Die Richtlinien wurden in enger Kooperation erstellt, zunächst in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe und schließlich durch einvernehmliche Abstimmung der Vorstände von GTÜM e.V. und VDD e.V.
Murnau, Traunstein den 1.4.04
| gez. Dr. med. Kemmer |
gez. Dr. med. Ch. Heiden |
Das Arbeitsumfeld von Assistenzpersonal in der HBO
Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von qualifiziertem Assistenzpersonal in medizinischen Druckkammerzentren für hyperbare Sauerstoffbehandlung ist deren qualitätsoriente Ausrichtung. Von GTÜM e.V. und VDD e.V. wurden zur Sicherung des qualifizierten qualitätsorientierten Druckkammerbetriebes Zertifizierungen etabliert. Für den Einsatz von Assistenzpersonal sind folgende Grundsätze zu beachten:
-
Alle Personen, die weisungsgebunden / in abhängiger Stellung beschäftigt sind, müssen für ihre Tätigkeit nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen geeignet sein (G-Untersuchungen). Für die Tätigkeit als Arzt/Ärztin, hyperbarmedizinische/r Assistent/in und Druckkammerbediener/in können ggf. zumindest die folgenden Grundsätze in Betracht kommen: G25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten), G31 (Überdruck), G37 (Bildschirmarbeitsplätze), G42 (Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung).
-
Grundsätzlich muss jede an einer therapeutischen Druckkammer beschäftigte Person für alle Tätigkeiten zertifiziert sein, die von dieser Person wahrgenommen / durchgeführt werden sollen.
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Entscheidungen über die Durchführung von HBO-Notfallbehandlungen müssen den Status des Patienten und die Richtlinien und Standards von GTÜM e.V. und VDD e.V. berücksichtigen.
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Es muss gewähleistet sein, dass die sich in der Druckkammer in Behandlung befindenden Patienten ständig unter Kontrolle eines medizinisch gebildeten Mitarbeiters sind d.h. nicht nur unter Aufsicht des ausschließlich als Druckkammerbediener zertifizierten Mitarbeiters.
-
Es müssen organisatorische Strukturen vorhanden sein, welche die adäquate Weiterbehandlung oder Weiterleitung von nach der HBO-Notfallbehandlung intensivpflichtigen Patienten sicherstellen.
-
Grundsätzlich müssen der „Druckkammer-Arzt“ und die zweite patientenbetreuende Person („Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“, „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin“, zweite/r Arzt/Ärztin) zum Zeitpunkt der Druckkammer-Behandlung druckkammertauglich sein.
A) Qualifikation des Personals vor Ort während therapeutischer Druckkammer-Behandlungen
Mindestbesetzung mit Personal vor Ort
-
Für Druckkammer-Behandlungen von nicht intensivbehandlungspflichtigen stationären oder ambulanten Patienten
- 1 Arzt/Ärztin mit Diplom „Druckkammerarzt" und Diplom, Druckkammerbediener/in
- 1 „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“ oder 1 weitere/r Arzt/Ärztin
- 1 „Druckkammerbediener/in“
-
Für Druckkammer-Behandlungen von intensivbehand-lungspflichtigen Patienten
- 1 Arzt/Ärztin mit Diplom „Druckkammerarzt“ und Diplom, „Druckkammerbediener/in“
- 1 „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin“ oder 1 weitere/r Arzt/Ärztin mit 1 Jahr Weiterbildung in
Anaesthesie oder Intensivmedizin
- 1 „Druckkammerbediener/in“
B) Diplome für medizinisches Assistenzpersonal
-
Diplom „Druckkammerbediener/in“
Aufgaben:
Inbetriebnahme der Druckkammer, Bedienung der Druckkammer, Überwachung der Kammerfahrt und Dokumentation, technisches Notfallmanagement, Außerbetriebnahme der Druckkammer, einfache Wartungsmaßnahmen, Beseitigung kleiner Störungen, Kontrollen
der technischen Einrichtungen der Druckkammer-Anlage, Einhaltung der MPG-Richtlinien.
Voraussetzungen:
1) Mindestalter 18 Jahre
2) Tätigkeitsbezogenes Notfalltraining (8 Doppelstunden), max. 1 Jahr alt
3) Anerkannte Berufsausbildung, anerkannter Tauchlehrer oder Student/in im Hauptstudium
4) Erfolgreiche Absolvierung einer von GTÜM e.V. und VDD e.V. anerkannten theoretischen und praktischen Ausbildung
"Druckkammerbediener/in“
5) Nachweis von 30 selbständig bedienten Druckkammer-Behandlungen unter Supervision
6) Das Diplom Druckkammerbediener verliert automatisch seine Gültigkeit, ohne dass dies weiterer Maßnahmen seitens
der GTÜM e.V. oder des VDD e.V. bedarf:
- wenn in den letzten 12 Monaten weniger als 10 bediente Druckkammer-Behandlungen nachgewiesen werden können oder
- wenn im vorangehenden Jahr keine Teilnahme an Notfallübungen testiert wurde
7) Das Diplom erlangt in den unter Nummer 6 genannten Fällen wieder seine Gültigkeit wieder:
- wenn 10 selbständig bediente Druckkammer-Behandlungen unter Supervision absolviert wurden
- wenn eine Teilnahme an Notfallübungen testiert wurde
8) Über ev. Ausnahmefälle entscheiden die Vorstände von GTÜM e.V. und VDD e.V. übereinstimmend unter Berücksichtigung
der Beurteilung der Gutachter für die Diplomierung
-
Diplom „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“
Aufgaben:
Betreuung nicht intensivpflichtiger ambulanter und stationärer Patienten in und außerhalb der HBO-Druckkammer
Voraussetzungen:
1) Mindestalter 18 Jahre
2) medizinische Ausbildung als Rettungsassistenten/in, Arzthelfer/in, examinierte Pflegekraft, AiP/ÄiP oder Arzt/Ärztin
3) Erfolgreiche Absolvierung einer von GTÜM e.V. und VDD e.V. anerkannten theoretischen und praktischen Ausbildung
„Hyperbarmedizinische/r Assistent/in
4) Nachweis von 30 begleiteten Druckkammer-Behandlungen unter Supervision
5) Über ev. Ausnahmefälle entscheiden die Vorstände von GTÜM e.V. und VDD e.V. übereinstimmend unter
Berücksichtigung der Beurteilung der Gutachter für die Diplomierung
-
Diplom „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin“
Aufgaben:
Betreuung intensivpflichtiger sowie ambulanter und stationärer Patienten in und außerhalb der HBO-Druckkammer.
Voraussetzungen:
1) Diplom „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“
2) examinierte Pflegekraft mit Fachausbildung Anästhesie- und Intensivpflege oder mit 2-jähriger ganztägiger Tätigkeit
als Pflegekraft in der Anästhesie und auf einer Intensivstation
3) Erfolgreiche Absolvierung einer von GTÜM e.V. und VDD e.V. anerkannten theoretischen und praktischen Ausbildung
„Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin“
4) Nachweis von 5 begleiteten Druckkammer-Behandlungen von intensiv-pflichtigen Patienten unter Supervision
5) Über ev. Ausnahmefälle entscheiden die Vorstände von GTÜM e.V. und VDD e.V. übereinstimmend unter
Berücksichtigung der Beurteilung der Gutachter für die Diplomierung
C) Kurs-Curricula
Alle Kurse schließen mit einer schriftlichen Prüfung über die Unterrichtsinhalte ab. Für die erfolgreiche Absolvierung eines Kurses ist das Bestehen der Abschlussprüfung erforderlich.
| I | THEORETISCHE AUSBILDUNG „Druckkammerbediener/in“ | |
| Pos | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 1 | Einführung Druckkammer-Typen, Komponenten eines Druckkammer-Zentrums, Arbeitsablauf im Druckkammer-Zentrum |
2 UE |
| 2 | Grundlagen der Druckkammertechnik Druckluft-Erzeugung (Hochdruck/Niederdruck), Umgang mit Sauerstoff, technische Gefahren durch Sauerstoff, Strom- und Notstromversorgung |
2 UE |
| 3 | Hauptfahrstand Kammersteuerung und Überwachungselemente, Computersteuerung, Manuelle Steuerung, Steuerung am Pneumatikfahrstand, Kommunikation, Videoüberwachung, Sauerstoff-Überwachung der Druckkammer-Atmosphäre |
2 UE |
| 4 | Physikalische Grundlagen Boyle-Mariotte, Henry, Amontons, Dalton, adiabatische Kompression, Joule-Thompson-Effekt |
3 UE |
| 5 | Grundlagen in Physiologie und Pathophysiologie luftgefüllte Hohlräume, Druckausgleich, Barotrauma, Tiefenrausch Sauerstoff-Intoxikation, Dekompressionskrankheit, Arterielle Luftembolie |
3 UE |
| 6 | Vorschriften u. Dokumentation DIN 13256 Teil 2, Druckluftverordnung, Druckbehälterverordnung, VBG 1, MPG MPBetreibVO, Geräteverzeichnis gemäß UMDNS, G25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten), G31 (Überdruck), G37 (Bildschirmarbeitsplätze), VBG 61 Sauerstoff, Arzneimittelgesetzbuch (Luftqualität), Technische Regeln Gase, Notfallausrüstung (Koffer), Unfallmeldung gemäß MPG über DIMDI |
1 UE |
| 7 | Brandschutz Prävention: Bekleidung, Brandlasten, Verhalten bei Brand (Alarmplan), Brandschutzeinrichtungen |
3 UE |
| 8 | Wirkprinzipien der HBO | 1 UE |
| 9 | HBO-Indikationen | 2 UE |
| 10 | Behandlungsprofile und Dekotabellen für Patienten und Personal | 2 UE |
| 11 | Medizinische Komplikationen der HBO-Therapie | 1 UE |
| 12 | Monitoring | 1 UE |
| 13 | Theoretische Prüfung und Besprechung | 1 UE |
| Summe Theorie | 24 UE | |
| I | PRAKTISCHE AUSBILDUNG „Druckkammerbediener/in" | |
| Pos. | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 14 | Druckkammer - In- u. Ausserbetriebnahme - Vorbereiten der Druckkammer (Masken, Kopfzelte - Anpassen der Masken - Steuerung der Druckkammer (PC-gesteuert, manuell pneumatisch) - Dokumentation der Druckkammerbehandlung - Betreuung der Patienten (Begleitung von ASA 1 Patienten) - Schleusungen |
nach Checkliste |
| 15 | Wartung u. Beseitigung von kleinen Störungen Technische Störungen, Notstromversorgung, Atemanlage ( exspiratorische O²-Überwachung, O²-Spürgeräte ) Atemmasken und Kopfzelt Beleuchtung und Kommunikation |
nach Checkliste |
| 16 | Kammerhygiene Grundlagen, zu verwendende Desinfektions-, Reinigungsmittel, Hygieneplan |
|
| 17 | Praktische Prüfung und Besprechung | 1 UE |
| Summe Praxis | 40 UE | |
| II | THEORETISCHE AUSBILDUNG „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“ | |
| Pos | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 1 | Kammerausrüstung z.B. Ambu-Beutel, Kopfzelt |
1 UE |
| 2 | Wirkprinzipien der HBO Antiödematöse Wirkung durch Vasokonstriktion, Vernichtung von Gasblasen bei Gasembolie, bakteriostatische Wirkung (anaerobe Erreger), kompetitive Verdrängung von CO, Aktivierung der Fibroplastenproliferation u. Kollagensynthese, Osteoklastenaktivierung, Angioneogenese, Makrophagenaktivierung |
2 UE |
| 3 | Überdruckbezogene Physiologie Funktionelle Anatomie, Atmung, Druckausgleich |
2 UE |
| 4 | Hyperbare Pathophysiologie und Komplikationen Dekompressionstheorien (Blasenbildung), akute dysbare Erkrankungen (DCS, Barotrauma), Sauerstoffintoxikation, Inertgaseffekte (Stickstoff-Narkose) |
2 UE |
| 5 | Tauglichkeitskriterien und Kontraindikationen Patienten und HBO-Druckkammerpersonal |
1 UE |
| 6 | Vorschriften u. Dokumentation DIN 13256 Teil 2, Druckluftverordnung, Druckbehälterverordnung, VBG 1, MPG, MPBetreibVO, Geräteverzeichnis gemäß UMDNS, G25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten), G31 (Überdruck), G37 (Bildschirmarbeitsplätze), G42 (Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung), VBG 61 Sauerstoff, Arzneimittelgesetzbuch (Luftqualität), Technische Regeln Gase, Notfallausrüstung (Koffer), Unfallmeldung gemäß MPG über DIMDI |
1 UE |
| 7 | HBO-Indikationen nach GTÜM e.V., ECHM und UHMS: Notfallindikationen und elektive Indikationen | 5 UE |
| 8 | Behandlungstabellen und Austauchtabellen für Begleitpersonal / Begleiterwechsel z.B. Problemwunden-Schema, Boerema-Schema, US Navy TT 6, Comex Cx30 |
2 UE |
| 9 | Vorschriften u. Sicherheitsbestimmungen in der Druckkammertechnik Luftaufbereitung, Schalttafel, Pneumatikfahrstand, Computersteuerung |
1 UE |
| 10 | Monitoring und Dokumentation EKG, NiBP, TcPO2, ExPO2 | 1 UE |
| 11 | Psychologische Aspekte der Patientenbetreuung und –führung während der Druckkammerbehandlung: Nähe u. Distanz | 2 UE |
| 12 | Hygiene in hyperbaren Einrichtungen Besonderheiten von Desinfektionsmitteln unter hyperbaren Bedingungen, regelmäßige Desinfektions- und Reinigungsarbeiten, MRSA-Patienten und andere Infektionserkrankungen in der HBO, Schutzkleidung |
2 UE |
| 13 | Theoretische Prüfung und Besprechung | 1 UE |
| 14 | Brandschutz: Vorbeugung, Brand-Bekämpfung |
1 UE |
| Summe Theorie | 24 UE | |
| II | PRAKTISCHE AUSBILDUNG „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in" | |
| Pos. | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 15 | Druckkammertechnik Luftaufbereitung, Schalttafel, Pneumatikfahrstand, Computersteuerung, geltende Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen |
2 UE |
| 16 | Patientenvorbereitung Druckkammertauglichkeit (EKG, Lungenfunktion, HNO-Arbeitsplatz etc.) |
2 UE |
| 17 | Praxis der Druckkammerbegleitung - Vor Behandlungsbeginn: Vorbereitung der Kammern - Während der Behandlung: Wer wird begleitet? - Betreuung während der DK-Behandlung, Besonderheiten bei Medikamentengabe (z.B. Infusion), Drainagen (z.B. Redon, Colostoma etc.) - Nach der Behandlung: Dokumentation |
24 UE |
| 18 | Notfall-Training Reanimationsübung an und in einer Druckkammer, notfallmäßiges Einschleusen, Patientenführung bei Notfällen, Verhalten bei technischen Notfällen |
8 UE |
| 19 | Praktische Prüfung und Besprechung | 4 UE |
| Summe Praxis | 40 UE | |
| III | THEORETISCHE AUSBILDUNG „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin" | |
| Pos. | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 1 | Physiologie und Pathophysiologie unter hyperbaren Bedingungen Herz-, Kreislauf, Lunge, Nierenfunktion |
1 UE |
| 2 | Erweitertes Monitoring Exspiratorische Sauerstoffmessung, Online-Blutgasmessung, TcpCO2, IBP, Camino-Sonde |
1 UE |
| 3 | Gesetzliche Vorschriften zum Betrieb von Geräten in der Druckkammer MPG, Konfirmationserklärung, CE etc. |
1 UE |
| 4 | Medikamente Wirkung unter hyperbaren Bedingungen, Besonderheiten bei der Applikation unter hyperbaren Bedingungen |
1 UE |
| 5 | Drainagesysteme Redon, Bülau |
1 UE |
| 6 | Besonderheiten der Beatmung unter hyperbaren Bedingungen Volumenmessung, Sauerstoffmessung, Open lung-Manöver |
1 UE |
| 7 | Fallbeispiele und Diskussion: CO-Intoxikation, Verbrennung, Hirnabszess, Anämie, Tauchunfall, Emphysem |
2 UE |
| Summe Theorie | 8 UE | |
| III | PRAKTISCHE AUSBILDUNG „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin" | |
| Pos. | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 8 | Besonderheiten Beatmungsgeräte z.B. Servo 900 C, Evita 4, Oxylog 2000 und andere |
3 UE |
| 9 | Ablauforganisation in einem Druckkammerzentrum der Maximalversorgung |
1 UE |
| 10 | Hygiene Besonderheiten bei der Aufbereitung von Beatmungsgeräten und Zubehör, der infektiöse Patient |
2 UE |
| 11 | Begleitung von Intensivpatienten Begleitung von Intensivpatienten Cuffdruck-Kontrolle, Bülau-Drainage, Zwischenfälle, Ausfall von lebenswichtigen Systemen (Ausfall des Beatmungsgerätes und Ersatznassnahmen, Ausfall von Monitoring und Verhalten) |
23 UE |
| 12 | Theoretische und Praktische Prüfung und Besprechung | 3 UE |
| Summe Praxis | 32 UE | |
D) Anerkennung der Kursleitung
Der Leiter eines Kurses nach diesen Richtlinien muss zum Zeitpunkt der Kursdurchführung selbst das Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin“ / „Consultant for Hyperbaric Medicine“ besitzen.
E) Anerkennung von Kursen
-
Der Leiter eines Kurses hat einen detaillierten Stundenplan mit Nennung der Referenten vorzulegen, der erkennbar das entsprechende Curriculum abdeckt. Es werden nicht mehr als 8 theoretische UE pro Unterrichtstag und nicht mehr als 10 UE insgesamt pro Unterrichtstag anerkannt. Der Leiter hat weiter ein Muster der Abschlussprüfung, eine Musterlösung, seinen Bewertungsschlüssel mit Bestehensgrenze hierzu sowie sein Diplom „Tauch- und Hyperbarmedizin“ vorzulegen.
-
Eine zeitgerechte Benachrichtigung des Kursleiters über die Anerkennung seines geplanten Kurses ist nur möglich, wenn die genannten Unterlagen 12 Wochen vor Kursbeginn vorliegen.
-
Für die Bearbeitung der o.g. Kursunterlagen wird eine Gebühr von € 100,- fällig, die Bearbeitung erfolgt nicht vor Eingang der Gebühr.
-
Die Gebühr nach Nr. 3 entfällt, wenn der betreffende Kurs mit dem gleichen Stundenplan und den gleichen Referenten durchgeführt wird wie bei einem bereits zuvor genehmigten Kurs. Die Nummern 1 und 2 bleiben hiervon unberührt.
F) Bestätigung der Vermittlung der Kursinhalte
- Der Kursleiter hat den Kursteilnehmern zu Beginn des
Kurses einen Bewertungsbogen auszuhändigen (Muster s. Anhang), auf dem
der Kursteilnehmer zu jeder Unterrichtseinheit vermerkt, ob die
Unterrichtsinhalte vom Referenten umfassend und klar dargestellt
wurden.
- Die Bewertungsbögen sind vom Kursteilnehmer zu unterzeichnen, vom Kursleiter ist die Kenntnisnahme zu bestätigen. Der Teilnehmer legt den Bogen den Antragsunterlagen bei.
G) Ausstellung der Diplome
Alle Anträge und Unterlagen sind an die Geschäftsstelle des VDD zu richten, hier werden sie auf Vollständigkeit geprüft und an die Gutachter weitergeleitet. GTÜM und VDD benennen je einen Gutachter. Diplome können nur ausgestellt werden, wenn:
- der jeweils letzte, qualifizierende Ausbildungsabschnitt
(bei Diplom I: Ausbildung I, bei Diplom II: Ausbildung II, bei Diplom
III: Ausbildung III) innerhalb der letzten 12 Monate vor Antragstellung
absolviert wurde,
- der Kurs und die
Abschlussprüfung anerkannt wurden, oder bei ausländischen Kursen die
Ausbildung nach vergleichbaren Kursinhalten erfolgte und eine
Anerkennung nach vergleichbaren Beurteilungsgrundsätzen durch die
nationale wissenschaftliche Fachgesellschaft für Tauch- und
Hyperbarmedizin im betreffenden Land vorliegt
- der Kandidat alle genannten Unterlagen incl. des vollständig ausgefüllten Bewertungsbogens vorlegt und
- der Kandidat pro Diplomierung eine Bearbeitungsgebühr von € 50,- entrichtet hat.
H) Übergangsregelungen
- Die vorliegenden Richtlinien gelten ab 01.04.2004.
- Vor
dem 01.04.2004 begonnene Ausbildungen nach VDD-Richtlinien können
abgeschlossen und bis zum 31.12.2004 durch den VDD beurkundet werden
- Diplome nach den alten VDD-Richtlinien können bis zum 31.03.2005 in die neuen Diplome umgeschrieben werden:
a) Diplom „Druckkammerbediener/in“
Voraussetzung: Qualifikation „Druckkammerbediener“ (VDD e.V.)
b) Diplom „Hyperbarmedizinische/r Assistent/in“
Voraussetzung: Qualifikation „Assistent/in für Hyperbarmedizin“ (VDD e.V.)
c) Diplom „Intensivmedizinische Pflegekraft für Hyperbarmedizin“
Voraussetzung: Qualifikation „Krankenschwester/Krankenpfleger für Hyperbarmedizin“ (VDD e.V.)
- Die Qualifikation des Druckkammerarztes als „Druckkammerbediener“ gemäß Punkt A I und A II muss bis zum 31.03.2005 erfolgen.
Anhang
Bewertungsbogen für Ausbildungen
Teil 1 – Bearbeitungshinweise und Unterschriften
Sehr geehrte/r Teilnehmer/in!
Um die von Ihnen besuchte Ausbildung für Ihre Qualifikation anrechnen
zu können, ist es erforderlich, dass dieser Bewertungsbogen zusammen
mit den übrigen Antragsunterlagen zur Diplomierung vorgelegt wird. Der
Bogen wird Ihnen bei Ausbildungsbeginn von der Kursleitung
ausgehändigt. Der Bewertungsbogen besteht aus zwei Teilen:
Teil 1 ist vorgegeben und beinhaltet diese
Bearbeitungshinweise und die Unterschriftsleiste (Seite 1), sowie das
Ausbildungscurriculum (Seite 2). Alle im Curriculum genannten
Ausbildungsinhalte müssen sich in entsprechendem Umfang auf Ihrem
Ausbildungs-Stundenplan wiederfinden.
Teil 2 ist von Ihrer Kursleitung individuell
gestaltet. Er enthält Ihren Ausbildungs-Stundenplan mit den Spalten:
Unterrichtsthema, Bewertung des Unterrichtsthemas, Referent und
Bewertung des Referenten. Jedes Thema und jeder Referent ist unbedingt
getrennt zu bewerten. Bitte nehmen Sie die Bewertung nach folgendem
Schlüssel vor:
| Bewertung Referent | Bewertung Thema |
| 1 = sehr gut | 1 = absolut notwendig |
| 2 = gut | 2 = notwendig |
| 4 = ausreichend | 4 = weniger notwendig |
| 6 = keine Angaben | 6 = keine Angaben |
Bei Ausbildungsende ist der Bewertungsbogen auf
dieser Seite von Ihnen zu unterzeichnen. Das Original des
Bewertungsbogens (Teil 1 und 2) mit Ihrer Unterschrift verbleibt bei
Ihnen und muss mit den übrigen Unterlagen für eine Qualifikation
vorgelegt werden.
Teilnehmer
_________________________
Name, Vorname
_________________________
Datum, Unterschrift
_________________________
Bewertungsbogen für Ausbildungen
Teil 1 – Kurs-Curriculum
(BEISPIEL!)
| I | THEORETISCHE AUSBILDUNG „Druckkammerbediener/in“ | |
| Pos | Unterrichtsthema | UE (45 min) |
| 1 | Einführung Druckkammer-Typen, Komponenten eines Druckkammer-Zentrums, Arbeitsablauf im Druckkammer-Zentrum |
2 UE |
| 2 | Grundlagen der Druckkammertechnik Druckluft-Erzeugung (Hochdruck/Niederdruck), Umgang mit Sauerstoff, technische Gefahren durch Sauerstoff, Strom- und Notstromversorgung |
2 UE |
| 3 | Hauptfahrstand Kammersteuerung und Überwachungselemente, Computersteuerung, Manuelle Steuerung, Steuerung am Pneumatikfahrstand, Kommunikation, Videoüberwachung, Sauerstoff-Überwachung der Druckkammer-Atmosphäre |
2 UE |
| 4 | Physikalische Grundlagen Boyle-Mariotte, Henry, Amontons, Dalton, adiabatische Kompression, Joule-Thompson-Effekt |
3 UE |
| 5 | Grundlagen in Physiologie und Pathophysiologie luftgefüllte Hohlräume, Druckausgleich, Barotrauma, Tiefenrausch Sauerstoff-Intoxikation, Dekompressionskrankheit, Arterielle Luftembolie |
3 UE |
| 6 | Vorschriften u. Dokumentation DIN 13256 Teil 2, Druckluftverordnung, Druckbehälterverordnung, VBG 1, MPG MPBetreibVO, Geräteverzeichnis gemäß UMDNS, G25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten), G31 (Überdruck), G37 (Bildschirmarbeitsplätze), VBG 61 Sauerstoff, Arzneimittelgesetzbuch (Luftqualität), Technische Regeln Gase, Notfallausrüstung (Koffer), Unfallmeldung gemäß MPG über DIMDI |
1 UE |
| 7 | Brandschutz Prävention: Bekleidung, Brandlasten, Verhalten bei Brand (Alarmplan), Brandschutzeinrichtungen |
3 UE |
| 8 | Wirkprinzipien der HBO | 1 UE |
| 9 | HBO-Indikationen | 2 UE |
| 10 | Behandlungsprofile und Dekotabellen für Patienten und Personal | 2 UE |
| 11 | Medizinische Komplikationen der HBO-Therapie | 1 UE |
| 12 | Monitoring | 1 UE |
| 13 | Theoretische Prüfung und Besprechung | 1 UE |
| Summe Theorie | 24 UE | |
Bewertungsbogen für Ausbildungen
Teil 2 – Stundenplan zur Bewertung
(BEISPIEL !)
Theoretische Ausbildung „Druckkammerbediener/in“
Samstag, 31.01.2004
| Thema | Bewertung | Referent | Bewertung | |
| 09:00-10:30 | Einführung: Druckkammer-Typen, Komponenten eines Druckkammer-Zentrums, Arbeitsablauf im Druckkammer-Zentrum |
Dr. Meier | ||
| 11:00-12:30 | Grundlagen der Druckkammertechnik: Druckluft-Erzeugung (Hochdruck/ Niederdruck), Umgang mit Sauerstoff, technische Gefahren durch Sauerstoff, Strom- und Notstromversorgung |
Dr. Müller | ||
| 13:30-15:00 | Physikalische Grundlagen: Gasgesetze (Boyle-Mariotte, Amontons, Gay Lussac) |
Dr. Schulze | ||
| 15:30-17:00 | Physikalische Grundlagen: Gasgesetze (Dalton, Henry), adiabatische Zustandsänderung |
Dr. Schulze |
| Bewertung Referent | Bewertung Thema |
| 1 = sehr gut | 1 = sehr gut |
| 2 = gut | 2 = gut |
| 4 = ausreichend | 4 = weniger notwendig |
| 6 = keine Angaben | 6 = keine Angaben |
Tätigkeitsbezogenes Notfalltraining für Druckkammerbediener
-
ABC-Check
-
Freimachen der Atemwege
-
Durchführung der Basis-HLW ggf. mit Hilfsmitteln (Lifeway, evtl. Beatmungsbeutel)
-
Lagerungen
-
Anlegen eines Monitor-EKG´s
-
RR-Messung
-
Vorbereitung von Infusion und Injektion
-
Assistenz (Handreichungen) bei Intubation, Defibrillation, Injektion, Anlage peripher venöser Zugang sowie Legen einer Thorax-Drainage
Dieses Training kann durch den (rettungsmedizinisch fachkundigen und in Übung stehenden Druckkammerarzt eigenverantwortlich vor Ort durchgeführt und soll jährlich wiederholt werden! (Das ist auch für eine Fachkraft für Anästhesie- und Intensivpflege o.ä. sinnvoll, wenn diese nicht mehr dauerhaft in diesen Bereichen eingesetzt sind!)

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